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Neben der Routine - Polizei, Feuerwehr, Tierheim - versuchte sie auch, Tierdieben auf die Spur zu kommen. Sie berichtet von einem unerfreulichen Zusammenstoß mit Männern, die nachts in ihrem Lieferwagen mit luxemburgischen Kennzeichen saßen, und sie meint gesehen zu haben, wie eine Falle unter einem abgestellten Transporter installiert war. Obwohl die Polizei sich kooperativ verhielt, gelang es der Katzenfreundin niemals, eine Anzeige gegen Tierdiebe zu erstatten. Ihr Fall ist stellvertretend für viele.
Selbst wenn, wie das häufig geschieht, in einer Straße oder einem ganzen Dorf plötzlich viele Katzen verschwinden, ist doch kaum nachzuweisen, wie sie weggekommen sind. Die Polizei ist Ansprechpartner für sämtliche Diebstahldelikte, auch für Tierdiebstahl. Immer wieder beschweren sich Menschen, die den Verlust ihres Tieres anzeigen, darüber, von den Beamten nicht ernst genommen zu werden. In vielen Fällen aber fehlen auch verwertbare, sachdienliche Hinweise.
Die Tierschützerin Conny Köster befasst sich seit Jahren mit diesem Thema. Sie versucht, mit ihren Mitstreitern Tierdieben auf die Spur zu kommen, und sie berät Tierbesitzer, die ihr Haustier suchen. Täglich erhält sie Anrufe von Menschen, die nicht mehr wissen, wo sie noch suchen sollen. Sie drängt immer darauf, nach einer gewissen Zeit, wenn es keinerlei Hinweise über den Verbleib des Tieres gibt, Anzeige zu erstatten. Es soll dokumentiert werden, wie häufig und wo der Verdacht auf eine Straftat - Tierdiebstahl - geäußert wird.
Zu unterscheiden ist zwischen Gelegenheitsdiebstählen und organisiertem Diebstahl. Gelegenheitsdiebe entwenden in der Regel Rassetiere, die unbeaufsichtigt und leicht mitzunehmen sind. Häufig warten sie dann auf Suchmeldungen, um den Finderlohn zu kassieren oder eine Summe für die Rückgabe zu erpressen.
Gefährlicher für die Tiere ist das organisierte Vorgehen. Ein einziger Prozess um Tierdiebstahl im großen Stil ist zurzeit anhängig. Meist aber stehen die Tierschützer mit leeren Händen da. Zwar hat Conny Köster beobachtet wie Hunde, Katzen und Nutztiere vor einer holländischen Tierklinik entladen wurden. Aber was nützt ihr das? Für einen Durchsuchungsbefehl eines niederländischen Richters reicht das nicht aus.
In Laboratorien großer Firmen dürfen Tierschützer nicht ohne ganz konkrete Hinweise suchen. Enthäutete Katzenkadaver, die gefunden wurden, geben keine Auskunft über den Täter. Die Tierschützerin Köster sammelt alle Geschichten über Diebstahl oder Diebstahlverdacht, um Erkenntnisse über das Vorgehen der Kriminellen zu gewinnen. Sie hat daraus eine Liste von Vorsichtsmaßnahmen erstellt:
Es wird vor allem in der Dunkelheit gestohlen. Das heißt, alle Haustiere, auch Freigänger-Katzen, sollten in der Abenddämmerung im Haus sein und erst nach dem Morgengrauen wieder hinaus dürfen. Niemals soll ein Tier außerhalb des Hauses unbeaufsichtigt bleiben. Ein Hund darf nicht vor einem Geschäft angebunden sein, im Auto alleine gelassen werden, beim Spaziergang von der Leine gelassen werden, ohne ihn im Auge zu behalten. Selbst im Garten sollte er nicht ohne Aufsicht spielen, wenn dieser gut zugänglich ist. Tierfänger scheinen sich Zeit zu nehmen, Wohngebiete mit vielen Haustieren sorgfältig auszuspähen. Kombis, Lieferwagen, Transporter, vor allem mit ortsfremden Kennzeichen, die langsam durch Wohnstraßen fahren oder auf Parkplätzen abgestellt sind, sollten die Aufmerksamkeit von Tierbesitzern erregen: Kennzeichen notieren, erhöhte Wachsamkeit, das Fahrzeug beobachten! Menschen, die auf das Grundstück oder an die Haustüre kommen, können Tieren gefährlich werden - zum Beispiel Prospektverteiler, Müllmänner, Hausierer. Conny Köster hat solche Fälle dokumentiert:
Ein Müllmann wurde beobachtet, wie er auf ungewöhnliche Weise Mülltonnen durchsuchte. Kurz darauf verschwanden in der Gegend auffallend viele Katzen. Hat der Mann nach Katzenfutterdosen gesucht?
Ein Hundebesitzer berichtete, er wurde von einem Hausierer in ein Gespräch verwickelt, während der Hund in Garten spielte. Das Tier war dann wie vom Erdboden verschluckt. War das Gespräch ein Ablenkungsmanöver?
Weil sich solche Geschichten immer wiederholen, schließen Tierschützer darauf, dass es Methode ist. Neuerdings wird vor Kleidersammlungen gewarnt, bei denen verschieden bunte Körbe vor die Türen gestellt werden. Es gibt Hinweise darauf, dass die Farben anzeigen, wo ein Hund lebt, eine Katze, mehrere Katzen ... Ebenso verschwanden in Orten wo weiße Altkleidersammlungstonnen aufgestellt wurden, mehrere Tiere. Einen Beweis gibt es nicht und das ist das Dilemma: Es gibt zahlreiche ähnliche Beobachtungen im Zusammenhang mit ungewöhnlichem Verschwinden von Tieren, aber ganz selten einen Beweis oder gar das "Ertappen auf frischer Tat".
Ungeklärt ebenfalls: Wo werden gestohlene Tiere hingebracht, wozu werden sie gestohlen, wofür werden sie benutzt? Die Tierschützerin berichtet, dass sie regelmäßig Tierversuchsanstalten befragt. Stets wird behauptet, für Versuche werden nur speziell gezüchtete Tiere verwendet, keine Besitzertiere. Aber was ist davon zu halten, wenn konkret nach einem bestimmten vermissten Tier gefragt wird und der Tierschutzbeauftragte eines Labors sagt: "Bei mir im Tierstall ist das gesuchte Tier nicht, aber ich frage mal in den anderen Ställen nach." zurück...
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